Politisches Kabarett-Duo aus Köln

Interview mit Heike Pabst - Vlothoer Zeitung – Nov. 2011

Heike Pabst: Wenn Europa ächzt und die Bundesregierung an Rettungsschirmen mitbastelt, braucht das Wahlvolk Nerven – und Humor. Und ein „Plan B“ wäre eigentlich auch nicht schlecht. Einen solchen bringen die Kabarettisten Heiner Kämmer und Reiner Rübhausen mit nach Vlotho. Helmut Kohl ist auf dem Altenteil, Karl-Theodor zu Guttenberg ist ausgewandert und Guido Westerwelle steht gerade im Abseits – sind das karge Zeiten für politische Kabarettisten?

Heiner Kämmer und Reiner Rübhausen: Wir haben den Eindruck, dass goldene Zeiten fürs Kabarett anbrechen. Das ist immer so, wenn die Lage sich zuspitzt. Dann will der Mensch lachen. Das ist ein gesunder Reflex. Der Krise mangelt es auch nicht an Gesichtern: Merkel, Schäuble, Rössler, Pofalla und Niebel – um nur einige Protagonisten zu nennen. Sie überbieten sich an Hilflosigkeit. Im Grunde sind das alles nur Attrappen!

Oder glauben Sie, die sind in echt Minister? Niebel oder Rössler zum Beispiel. Die schicken wir um die Welt, um zu testen, ob die im Ausland glauben, dass wir diese Idioten wirklich gewählt haben.

Pabst: Wieso präsentieren Sie erst jetzt Ihren »Plan B« – hätte die Regierung den nicht schon viel früher brauchen können?

Kämmer/Rübhausen: Sie haben Recht, wir haben Mist gebaut, wir hätten Plan B früher präsentieren müssen. Aber es gab inhaltliche Differenzen, Reiner wollte eine Frauenquote für unser Duo einführen, und Heiner wollte uns in einen Verein umwandeln.

Pabst:Wie sieht aus Ihrer Sicht die Zukunft des Euro aus? Zahlen wir in zehn Jahren wieder mit der D-Mark oder kehrt vielleicht sogar der Tauschhandel zu uns zurück?

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